Der vor- und frühzeitlichen Webkunst im skandinavischen Raum galt das Interesse von Dr. Karl Schlabow, der ab 1926 die Leitung des Stadtmuseums übernahm. Er rekonstruierte aus Moorfunden die Webtechniken und Schnitte eisenzeitlicher Kleidung, webte die Stoffe auf nachgebauten Webstühlen nach und trug so maßgeblich zur Forschung bei.
Die Rückbesinnung auf germanische Traditionen Schlabows deckte sich mit der völkischen Ideologie der Nationalsozialisten. So konnte die von ihm erarbeitete Zusammenstellung von „Germanischen Trachten“ als Wanderausstellung in Hamburg, Bremen und Berlin gezeigt werden. In Neumünster wurde 1938 ein „Museum Germanischer Trachten“ eröffnet. Bombenangriffe auf Neumünster zerstörten 1944 das Museum mit der darin ausgestellten Sammlung fast vollständig.
Die Entwicklung der Webtechnik in Mittelalter und früher Neuzeit, die bereits seit 1927 auf kleiner Fläche gezeigt worden war, nahm im Museum nach 1945 einen breiten Raum ein. Weiterhin unter dem Namen „Museum Germanischer Trachten“ und unter Leitung von Schlabow, der bis 1962 im Amt blieb, wurden Nachbauten von Spinnrädern und Webstühlen angefertigt und im Museum aufgestellt. Erst in dieser Zeit wurde das Museum zu einem „Textilmuseum“, verstanden als Museum der handwerklichen Tuchherstellung. Unter Direktor Klaus Tidow blieb die Textilarchäologie bis 2002 ein Forschungsschwerpunkt.
Weiterführende Informationen zu den Objekten der Museumssammlung finden Sie in der Datenbank DigiCult über www.museen-sh.de.














